Höhlen – Grotten – Bergwerke: Gruppenziele unter Tage

Foto: Eisriesenwelt





Ob Tropfsteinhöhle, Grotte oder Salzbergwerk – die interessanten Destinationen unter Tage sind immer einen Ausflug wert und lassen sich gut als Bausteine in das Programm einer Busreise integrieren. Gruppenhandbuch.de stellt Ihnen einige unterirdische Highlights vor.

Drachenhöhle Syrau

In eine geheimnisvolle Welt bizarrer Gesteinsformen lädt die Drachenhöhle im sächsischen Syrau ein. Hier sind nicht nur eine Vielzahl verschiedenster Tropfsteine zu bewundern, es können auch kristallklare Seen, weiche Lehmformationen und Kalkablagerungen von den Besuchern entdeckt werden.
Das außergewöhnliche Höhlenpanorama bildet zudem die Kulisse für eine beeindruckende Lasershow, welche von Mai bis Oktober bei allen Führungen zu sehen ist. Das Zusammenspiel von Musik und farbigen Lasereffekten lassen die Unterwelt Syraus in einem neuen mystischen Licht erstrahlen. Es stehen kostenlose Busparkplätze zur Verfügung. Für Busfahrer und Reiseleiter ist der Eintritt frei.

Eisriesenwelt

Die unter Denkmalschutz stehende Eisriesenwelt ist laut Angaben der Betreiber die größte Eishöhle der Welt und seit vielen Jahrzehnten eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Salzburgs. Hier erstreckt sich ein über 40 Kilometer langes Höhlensystem durch das zerklüftete Kalkmassiv des Tennengebirges.
Durch das Eindringen der kalten Luft im Winter werden die tiefergelegenen Teile der Höhle unterkühlt, wodurch das im Frühjahr einsickernde Schmelzwasser gefriert und gigantische Eisfiguren entstehen. Der rund ein Kilometer lange Führungsteil des insgesamt über 40 Kilometer langen Höhlensystems ist komplett mit Eis bedeckt. Führungen umfassen neben wissenschaftlichen und historischen Erklärungen ganz besonders die Demonstration der verschiedensten Eisformationen.
Seit jeher wurde bei der Erschließung der Höhle für den Tourismus auf die Naturbelassenheit besonderen Wert gelegt. Die Beleuchtung erfolgt daher unter Verzicht auf elektrisches Licht durch Hand-Karbidlampen, welche an die Besucher ausgegeben werden. Geöffnet ist die Eisriesenwelt vom 1. Mai bis 26. Oktober.

HöhlenErlebnisWelt Giengen-Hürben

Die HöhlenErlebnisWelt Giengen-Hürben bietet mit der Charlottenhöhle laut Betreiber die längste begehbare Schauhöhle auf der Schwäbischen Alb. Große und kleine Entdecker tauchen hier von April bis Oktober in funkelnde Tropfsteinwelten ein und wandeln auf den Spuren von Fledermäusen und Höhlenbären. Dank LED-Beleuchtung werden die bizarren Tropfsteinformationen auf dem 532 Meter langen Führungsweg geheimnisvoll in Szene gesetzt.
Unterhalb der Charlottenhöhle bietet das interaktive Erlebnismuseum „HöhlenSchauLand“ Einblicke in die viele Millionen Jahre alte Erdgeschichte. „Faszination Höhle.Mensch.Natur“ lautet dabei das Motto. Die Besucher werden selbst zum archäologischen Forscher, schlüpfen mit Fledermäusen in deren Höhle und tauchen ein in Stein- und Eiszeit. Selbst erforschen und erfahren ist dabei ausdrücklich erwünscht. Im Service- und Infozentrum „HöhlenHaus“ bekommen die Gäste zahlreiche Informationen über Entstehung, Entdeckung und Eröffnung der Charlottenhöhle sowie über den Geopark Schwäbische Alb.

Marienglashöhle

Wer den Thüringer Wald besucht, sollte eine Führung in der Marienglashöhle mit einer der größten Gipskristallgrotten Europas nicht versäumen. In diesem ehemaligen Bergwerk, in welchem von 1778 bis 1903 Gips abgebaut wurde, können Besucher viel über die Entstehung des Thüringer Waldes und den Bergbau erfahren. Geologische Fenster rechts und links in den Wänden des 110 Meter langen Eingangsstollens gestatten einen Blick auf die Gesteinsschichten. Auf der oberen Sohle kann man den künstlich angelegten Wasserfall, den Erweiterungsstollen sowie einen Schaukasten mit Werkzeugen der Bergleute von 1795 besichtigen.
Die Kristallgrotte in der Marienglashöhle wurde 1778 entdeckt. Hier sind Gipskristalle mit bis zu 90 Zentimeter Länge zu sehen. In der unteren Sohle befindet sich der Höhlensee mit reizvollen Wasserspiegelungen. Ein besonderes Highlight stellen die Höhlenkonzerte bei Kerzenschein in den Wintermonaten dar. Seit Anfang Dezember 2015 ist ein neues Geopark-Informationszentrum im Schaubergwerk zu besichtigen, welches über die Bio- und Geodiversität im nordwestlichen Teil des Thüringer Waldes informiert.

Salzbergwerk Bad Friedrichshall

Nach kurzen 30 Sekunden Fahrt mit einem Förderkorb in 180 Meter Tiefe erschließt sich den Besuchern die Welt des „weißen Goldes” im Salzbergwerk Bad Friedrichshall. Aus Hektik und Licht des Alltags taucht man hier in die 200 Millionen Jahre alte abgeschiedene Welt des Salzes ein. An einst realen Abbaustätten erleben die Gäste in unterirdischen Kammern die vielfältige Geschichte des Rohstoffes und werden über die im Lauf der Jahrzehnte wechselnde Abbautechnik informiert.
Mit interessanten Filmen und modernen Präsentationen werden die Besucher in die Salzentstehung eingeführt, können interaktiv Experimente unter Tage durchführen oder eine effektvolle Schausprengung selbst auslösen. Beeindruckend sind die Licht- und Laserinstallationen sowie der Kuppelsaal mit seinen Reliefs im Salz. Auf einer rund 40 Meter langen Rutsche können sich die Gäste wie ein Bergmann früherer Tage fühlen.

Schwazer Silberbergwerk

Im Spätmittelalter war das Schwazer Silberbergwerk in Tirol das größte und ertragreichste Silberbergwerk der Welt. Heute verspricht die „Mutter aller Bergwerke“ ein außergewöhnliches Erlebnis unter Tage. Nach einer 800 Meter tiefen Einfahrt mit der Grubenbahn folgen die Besucher den Spuren der Bergleute, die vor über 500 Jahren Silber und Kupfer abbauten, erfahren interessante Details zur gesellschaftlichen und finanziellen Entwicklung Europas und erhalten darüber hinaus Informationen zur Lebensweise von damals und zur Schwazer Wasserkunst. Auf der Grubenbahn finden zirka 40 Personen Platz. Sollte die Gruppe größer sein, wird sie auf zwei oder mehr Züge aufgeteilt, die im Abstand von zehn bis 15 Minuten ein- und ausfahren.
Das große Silberbergwerk ist ganzjährig für Besichtigungen geöffnet. Für Gruppen ab 20 Personen gibt es attraktive Preise und Angebote.

Westfälischen Salzwelten, Bad Sassendorf

In den Westfälischen Salzwelten, Bad Sassendorf, dreht sich alles um Salz. Hier wurde bis 1952 das „weiße Gold“ aus Sole gewonnen. Besucher des Erlebnismuseums lernen die Bedeutung des Salzes für den Körper kennen und erfahren Überraschendes über die vielfältigen Nutzungen dieses Rohstoffes. Die natürlichen Heilmittel können sogar dem Wohlbefinden nutzen. Sole- und Mooranwendungen haben sich bis heute behauptet. Längst sind viele weitere Therapieformen der Präventions- und Reha-Medizin hinzugekommen, die ein modernes Heilbad ausmachen.
Auf über 900 Quadratmeter Ausstellungsfläche nehmen die Westfälischen Salzwelten Besucher mit auf eine Reise in die Tiefen der Erde, durch unterirdische Gewölbe voller Kristalle. Seit Dezember 2015 gibt es ein besonderes Lichtkunstwerk zu bestaunen, im Winter und Frühjahr wird die Fotoausstellung „Visions of Salt“ mit 50 großformatigen Kunstfotos zu sehen sein, im Herbst eine Sonderausstellung über die Sole-Therme.
Für Gruppen ab zehn Personen gibt es rabattierte Eintrittspreise. Busfahrer und Reiseleiter erhalten freien Eintritt und auf Wunsch eine Tasse Kaffee sowie eine frische Waffel. Es stehen mindestens vier Busparkplätze kostenfrei und ohne Zeitbeschränkung zur Verfügung.

(Foto: Eisriesenwelt, Autor: Katharina Bär)